
24. Juni 2010 - Begegnungen 2010
Ein Abend im Rahmen von KULTUR MACHT MENSCH mit Kurt Palm und Bettina Vollath
Die Reihe „Begegnungen" veranstaltete am 24. Juni in den Räumlichkeiten der Foto-Galerie Atelier Jungwirth eine kurzweilige Diskussion zwischen Landesrätin Bettina Vollath und dem Regisseur, Autor und „Volksbildner" Kurt Palm. Das Gespräch, moderiert von Korso-Journalist Christian Stenner, beschäftigte sich mit Kultur, aber auch mit Bildung. Kernthemen waren Fragen wie: „Was kann man dem Publikum zumuten?" und: „Wer übernimmt heute noch die Verantwortung für Experimente?"
Ausgehend von den jüngsten Debatten rund um die Kunstaktion von Ai Weiwei am Dachstein betonten Vollath und Palm die Notwendigkeit von Vermittlung. Palm berichtete von eigenen Erfahrungen am Theater, wo anfängliche Widerstände durch intensiven Dialog überwunden werden konnten. Bettina Vollath, die ja ihre politische Karriere im Bildungsbereich begonnen hatte, unterstrich die Bedeutung des Schulsystems für das Wecken von kulturellem Interesse. Am Rande wurde auch der Bildungsauftrag des ORF thematisiert. Regisseur Palm kritisierte die Strategie des Senders, Kulturprogramme in die Zeit nach Mitternacht zu verbannen. Wenn man den Zusehern Jahrzehnte lang nur mehr Programme wie „Bergdoktor" zutraue, wäre es natürlich irgendwann wirklich überfordert von anspruchsvolleren Filmen. Aus dem Publikum meldete sich der frühere Kulturchef des ORF Steiermark Peter Wolf zu Wort, der Palm „ungern, aber doch" Recht gab.
Eine spannende Diskussion entwickelte sich rund um Fragen der Förderung. Bettina Vollath erläuterte ihre Haltung, Politik sollte sich nicht auf das viel zitierte „Ermöglichen" beschränken, sondern müsse auch versuchen, Defizite zu beheben. Als Beispiel nannte sie die jüngst von ihr initiierte Tagung Kultura, die sich dem oft zu wenig sichtbaren weiblichen Part in Kunst und Kultur widmete. Kurt Palm beklagte in Sachen Kulturpolitik die enormen Summen, die für die großen Kulturinstitutionen, speziell in Wien, gebunden seien, und forderte, dass gerade im Kunst- und Kulturbereich nicht gespart werden dürfe.
Sein abschließendes Plädoyer für eine Kunst, die ungeachtet von wirtschaftlichen „Umwegrentabilitäten" unterstützt werden müsse, war letztlich ganz im Sinne der Initiative KULTUR MACHT MENSCH, die diesen Abend ermöglichte.
Eine spannende Diskussion entwickelte sich rund um Fragen der Förderung. Bettina Vollath erläuterte ihre Haltung, Politik sollte sich nicht auf das viel zitierte „Ermöglichen" beschränken, sondern müsse auch versuchen, Defizite zu beheben. Als Beispiel nannte sie die jüngst von ihr initiierte Tagung Kultura, die sich dem oft zu wenig sichtbaren weiblichen Part in Kunst und Kultur widmete. Kurt Palm beklagte in Sachen Kulturpolitik die enormen Summen, die für die großen Kulturinstitutionen, speziell in Wien, gebunden seien, und forderte, dass gerade im Kunst- und Kulturbereich nicht gespart werden dürfe.
Sein abschließendes Plädoyer für eine Kunst, die ungeachtet von wirtschaftlichen „Umwegrentabilitäten" unterstützt werden müsse, war letztlich ganz im Sinne der Initiative KULTUR MACHT MENSCH, die diesen Abend ermöglichte.
Was ist KULTUR MACHT MENSCH? Eine Initiative der Kultur Steiermark mit dem Ziel, den Stellenwert von Kunst und Kultur im gesellschaftlichen Bewusstsein zu erhöhen. Allzu oft werden sie an ihrem Nutzen für Tourismus oder Wirtschaft gemessen und verlieren dadurch ihre Chance auf einen kantigen, diskursiven und auch provozierenden Charakter. Das Motto KULTUR MACHT MENSCH ist bewusst provokant gefasst, um auf breiter Ebene zur Diskussion anzuregen. Die mit Kunst und Kultur verknüpften Themen wie Chancengleichheit, Integration, Toleranz oder Schwellenangst sollen verstärkt ins Bewusstsein gerückt werden und in den kulturellen Alltag einfließen. Es soll sich ein von der Kultur Service Gesellschaft unterstützter Diskurs von Kunstschaffenden, -veranstaltern und -interessierten entwickeln.








