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Kulturhauptstädte Europas

Im Jahre 1985 startete die Europäische Union die Kulturinitiative „Kulturstadt Europas", die 1999 in „Kulturhauptstadt Europas" umbenannt wurde. Diese völkerverbindende Idee hatte die damalige griechische Kulturministerin Melina Mercouri. Ansinnen des Projektes war und ist es bis heute, die Fülle und Mannigfaltigkeit der europäischen Kulturen hervorzuheben sowie aufzuzeigen, was sie miteinander verbindet. Den europäischen BürgerInnen - so der Gedanke - soll es damit möglich gemacht werden, sich gegenseitig besser zu verstehen.

War es zuerst jährlich nur eine europäische Stadt, die den Titel „Kulturstadt Europas" beziehungsweise später „Kulturhauptstadt Europas" verliehen bekam, so sind es seit 2009 jährlich mindestens zwei Städte, die sich so nennen dürfen. Zweifachnennungen kamen schon in den Jahren zuvor immer wieder vor, im Jahre 2000 wurden aufgrund der außergewöhnlichen Jahreszahl sogar neun Kulturhauptstädte Europas gekürt. Seit 2011 kann der Titel nicht mehr an alle europäischen Städte, sondern nur noch an Städte der Europäischen Union vergeben werden.

Bereits zweimal bekam Österreich die Gelegenheit, die Kulturhauptstadt Europas zu stellen. 2003 war Graz die alleinige Kulturhauptstadt, 2009 teilte sich Linz mit Vilnius in Litauen den Titel.

Die ausgewählten Kulturhauptstädte werden durch Fördermittel der Europäischen Union finanziell unterstützt. Sie bekommen die Möglichkeit, dem kulturellen Leben der Stadt neue Anstöße zu geben, die Stadt umzugestalten und sie international bekannter zu machen.

Der derzeitige EU-Rechtsakt regelt die Auswahl der Kulturhauptstädte bis 2019. Zur Frage, wie die Auswahl danach gestaltet werden soll, führte die Europäische Kommission zwischen Herbst 2010 und Frühjahr 2011 eine Konsultation durch. Am 20. Juli 2012 wurde der Legislativvorschlag zur Auswahl der Städte von 2020 bis 2033 vorgelegt, der vom EU-Kulturministerrat und dem Europäischen Parlament verhandelt wird.

 
Bisherige Kulturhauptstädte Europas:

1985: Athen (Griechenland), 1986: Florenz (Italien), 1987: Amsterdam (Niederlande), 1988: Berlin (Deutschland), 1989: Paris (Frankreich), 1990: Glasgow (Großbritannien, Schottland), 1991: Dublin (Irland), 1992: Madrid (Spanien), 1993: Antwerpen (Belgien), 1994: Lissabon (Portugal), 1995: Luxemburg (Luxemburg), 1996: Kopenhagen (Dänemark), 1997: Thessaloniki (Griechenland), 1998: Stockholm (Schweden), 1999: Weimar (Deutschland), 2000: Avignon (Frankreich), Bergen (Norwegen), Bologna (Italien), Brüssel (Belgien), Helsinki (Finnland), Krakau (Polen), Prag (Tschechien), Reykjavik (Island) und Santiago de Compostela (Spanien), 2001: Porto (Portugal) und Rotterdam (Niederlande), 2002: Brügge (Belgien) und Salamanca (Spanien), 2003: Graz (Österreich), 2004: Genua (Italien) und Lille (Frankreich), 2005: Cork (Irland), 2006: Patras (Griechenland), 2007: Luxemburg (Luxemburg) und Sibiu (Rumänien), 2008: Liverpool (Großbritannien, England) und Stavanger (Norwegen), 2009: Linz (Österreich) und Vilnius (Litauen), 2010: Essen (Deutschland), Istanbul (Türkei) und Pécs (Ungarn), 2011: Tallinn (Estland) und Turku (Finnland), 2012: Guimarães (Portugal) und Maribor (Slowenien)

 
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