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Kunst im öffentlichen Interesse

Das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

Michael Schuster/Brigitte Kossek/David Auner 
Michael Schuster/Brigitte Kossek/David AunerMichael Schuster/Brigitte Kossek/David Auner
 
Die Kunst im öffentlichen Raum hat sich heute (wieder) zu einer der
wichtigsten Begegnungsebenen und damit zu einem der bedeutendsten
Kommunikationsinstrumente im gesellschaftlichen Bereich entwickelt. Dies deshalb, weil diese Kunst als Teilsystem der Kultur ihre Sprache, ihre Zeichen und Handlungen an wirtschaftliche, politische, soziale, aber auch architektonisch-städtebauliche Situationen adressiert; weil diese Kunst nicht in speziellen, ein ums andere mal hermetisch ausgerichteten Räumen, sondern im alltäglichen Lebensraum der Menschen auftaucht. Entgegen der aus der Vergangenheit bekannten, bisweilen bis in die Gegenwart verlängerten Muster, nämlich Monumente, Denkmäler oder Büsten aller Art, setzen sich Künstlerinnen und Künstler gegenwärtig mit neuen Themenfeldern auseinander. Diese sind durch ein hohes Maß an Flexibilität ausgezeichnet, durch ein Aufgeben des elitären Kunstbegriffs ebenso wie durch die Einsicht, dass es nicht genügt, Skulpturen aus dem Atelier in einen x-beliebigen Freiraum, ohne Dach über dem Kopf, zu stellen. Nicht nur die große Dimension, und wenn dann nur vordergründig, entscheidet über die Wirkung eines Kunstwerks. Infiltrationen in den urbanen Alltag zählen heute zu einer effizient eingesetzten Methode, im öffentlichen Raum, vielleicht nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, Position zu beziehen.
 
Kristina Leko 
Kristina LekoKristina Leko
 
Flora Neuwirth 
Flora NeuwirthFlora Neuwirth
 

Vor allem in der immer stärker verdichteten visuellen Zeichenhaftigkeit kulminiert ein Überlagerungsvorgang, der beide Schichten - die der Alltagsästhetik und die der Kunstästhetik - aktiviert und auf der Ebene eines spannenden und zur Irritation sowie zur Meinungsbildung herausfordernden Differenzierungsphänomens als Methode in den künstlerischen Gestaltungsmodus Eingang finden kann. Das Potential des künstlerischen Textes - als Grundmuster jedes Gestaltungsvorgangs - erweitert sich im reflektierten öffentlichen Raum weniger aus sich heraus, vielmehr um die vielfältigen und unterschiedlich disponierten Texte der ästhetischen Standards. Diese setzen sich heute aus einer Unzahl von visuellen Informationen wie Nachrichten, Produktgestaltungen, urbanen Strukturen, (Re)Präsentationsformen, grafischen und räumlichen Ausstattungen und logokultureller "Dekoration" zusammen.


Wenn wir die gesellschaftliche Relevanz einer Kunst im öffentlichen Raum als „Kunst im öffentlichen Interesse" (Arlene Raven) bezeichnen, dann bildet dieser Begriff die seriöse Basis für einen ernsthaften Umgang mit dem aktuellen Thema im nichtinstitutionellen Raum. Allerdings hat diese Basis, wie die Erfahrungen zeigen, fast ausschließlich innerhalb des Systems Kunst ihre Gültigkeit. Nach außen, in das weite Feld der PassantInnen kann nur selten transportiert werden, dass einzig über künstlerische Zeichensetzungen nicht von Politik, Medien und Werbung vordefinierte Meinungsäußerung öffentlich erfahren werden kann.


Im Spiegelbild der Machtverhältnisse im öffentlichen Raum können wohl der Markt, das Marketing, das Tourismusmanagement, die Politik dem Produkt, nicht aber darf das Produkt diesen bedauerlicherweise nicht ganz so unterschiedlichen Interessen ausgeliefert werden. Jenseits von Quoten auf der einen, aber auch von reinen Provokationsspekulationen auf der anderen Seite liegt das Kapital in der Aufbereitung einer Kommunikationsebene, die - das werden Wirtschaft und Politik begreifen lernen - ihre Zinsen trägt.


Die Künstlerinnen und Künstler aufzufordern, sie einzuladen, sie bei ihren Vorschlägen und Ideen zu begleiten und darüber hinaus die Gemeinden, die Initiativen und die weiteren Ideenbringer mit Aufmerksamkeit für die erforderliche Qualität zu unterstützen, ist die spannende und verantwortungsvolle Aufgabe des 2006 gegründeten Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark. Auf der Basis des neuen Kulturförderungsgesetzes, das für die unterschiedlichen und spartenübergreifenden künstlerischen Aufgaben im öffentlichen Raum die Einrichtung eines Fonds vorgesehen hat, setzen wir als Team alles daran, die Steiermark in diesem gesellschaftspolitisch so wichtigen Kunstfeld auf einen internationalen Standard zu bringen: Im Interesse der KünstlerInnen und im Interesse des Publikums, das es sich nach einer - von wenigen Ausnahmen abgesehen - länger währenden Abstinenz verdient hat, sich wieder den Herausforderungen der Kunst im öffentlichen Raum zu stellen.

 
Jede Künstlerin / jeder Künstler, jede Gemeinde, jede Kunst- und Kulturinitiative, jeder Verein kann an der unten angeführten Adresse ein Projekt zum Thema Kunst im öffentlichen Raum, mit Konzept und einer Budgetaufstellung versehen, einreichen. Die Entscheidung, ob das Projekt der Landesregierung zur Durchführung empfohlen wird, trifft ein dreiköpfiger Fachbeirat (Walter Titz, Walter Seidl, Werner Fenz), der sein Ergebnis an den allgemeinen Förderbeirat weiterleitet. Dieser gibt Empfehlung oder Ablehnung an die Kulturabteilung des Landes weiter.

Das Team / Kontakt:
UD Dr. Werner Fenz (Leiter), Evelyn Kraus, Mag.a Birgit Kulterer
Evelyn Kraus
evelyn.kraus@museum-joanneum.at
+43 316 820918707
+43 664 80179861

Mag.a Birgit Kulterer
birgit.kulterer@museum-joanneum.at
+43 664 80179862

Fax +43 316 820918903

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark
Albrechtgasse 9/1
A-8010 Graz

 

 
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